Wie schwer und wie groß ist ein Neugeborenes eingentlich im Durchschnitt? Die ganz Wahrheit über Mäxchen Mustermann: Teil 2
Die Haare
Wenn dein Baby kahlköpfig zur Welt kommt, mußt du einige Monate, vielleicht sogar länger als ein Jahr, warten bis du seine Haarfarbe kennenlernst.
Hat dein Baby bei der Geburt bereits Haare am Kopf, handelt es sich dennoch nicht zwangsläufig bereits um die endgültige Haarfarbe. Denn dieses seidige, möglicherweise schwarze Haar fällt nach einiger Zeit aus. Und weitere Überraschungen folgen:
- Es kann vorkommen, dass diese Haarpracht ausfällt, bevor die Haare nachwachsen, die dann eine ganz andere Farbe haben können, und bis dahin ist dein Baby kahlköpfig.
- Es kann eine kahle Stelle entstehen, weil es nur an der Stelle die Haare verliert, an der es sich am Kissen reibt.
- Das endgültige Haar löst das Neugeborenenhaar unmerklich ab, es sei denn die Farbe ist unterschiedlich.
Dass Babys blond zur Welt kommen, ist äußerst selten!
Die Haut
Bei der Geburt mag dir dein Baby, wenn es das erste ist, möglicherweise sonderbar vorkommen: es ist ganz rot und mit einem weißen Film bedeckt. Vielleicht tust du dir schwer zu realisieren, dass es sich um dein Baby handelt, das sich unter dieser etwas schleimigen Schicht befindet.
- Babys kommen mit sehr vielen roten Blutkörperchen auf die Welt (in der Gebärmutter war das nötig). Durch diese erhöhte Menge an roten Blutkörperchen erhält das Baby seine dunkelrosa oder sogar rote Farbe.
- Die weißliche Schicht, die es umgibt, ist die so genannte Käseschmiere. Man geht davon aus, dass sie einen Schutzmantel für das Neugeborene bietet, weshalb die Babys in manchen Kliniken nicht mehr sofort gebadet werden.
- Wenn du dein Baby zum ersten Mal badest, wird dir vielleicht auffallen, dass die Behaarung auf den Schultern etwas zu üppig ist. Das ist die Lanugo, ein Flaum, der ganz von alleine verschwindet.
- Manche Babys haben in der Vertiefung am Rücken auf Höhe der Nieren einen dunkelgrauen Fleck, der sonderbarerweise „Mongolenfleck“ genannt wird. Es handelt sich um eine Art Familienkennzeichen, das tendenziell in manchen Regionen, häufig im Mittelmeerraum, auftritt. Nicht immer verschwindet dieser, aber glücklicherweise befindet er sich an einer Körperstelle, die im Allgemeinen nicht jeder x-Beliebige zu Gesicht bekommt!
- Nach einigen Tagen können manche Babys Gelbsucht entwickeln. Sie bekommen einen gelblichen Teint. Dann muss ihnen Blut abgenommnen werden für Untersuchungen und möglicherweise müssen sie sogar zur Behandlung von der Mutter getrennt werden. Das ist alles andere als lustig. Deshalb ist es wichtig, die Gründe für diese unangenehmen Interventionen zu kennen, wodurch sie leichter zu akzeptieren sind.
Kommen wir zu diesem Zweck nochmals auf die Geschichte mit den roten Blutkörperchen zu sprechen: Das Neugeborene zerstört den nach der Geburt überflüssigen Überschuss an roten Blutkörperchen. Dabei öffnet sich die Hülle des roten Blutkörperchens und der rote Blutfarbstoff, das Hämoglobin, wird freigesetzt. Dieses wird dann zu einem gelben Pigment, dem Bilirubin, umgewandelt.
Das Baby wird dann für einige Tage nackt unter eine Speziallampe gelegt, die das Bilirubin zerstört und die Gelbsucht abklingen lässt.
Um vom Körper ausgeschieden werden zu können, muss das Bilirubin von der Leber umgewandelt werden. Bei vielen Babys und allen Frühgeborenen ist die Leber in den ersten Tagen nicht in der Lage, diese Aufgabe zu übernehmen. Dann konzentriert sich das Bilirubin und die Babys werden gelb.
Sobald die Haut gelb wird – was sich zunächst am Augenweiß zeigt – werden einige Tropfen Blut abgenommen (durch einen Stich in die Ferse), um den Bilirubingehalt im Blut zu messen.
Ein zu hoher Wert kann für das Gehirn schädlich sein. Deshalb muss das Baby ab einem bestimmten Wert mittels Phototherapie behandelt werden. Es wird dich vielleicht überraschen, aber diese Behandlung ist nicht schmerzhaft und hindert dich auch nicht daran, dein Baby zu stillen oder zu füttern, es zu waschen, zu wickeln und mit ihm zu kuscheln. Sehe es einfach positiv: Dein Baby darf in seinem zarten Alter schon ins „Solarium“!