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Die motorische Entwicklung deines Kindes

So entwickelt sich dein Baby im ersten Lebensjahr

Bewegung ist Leben. Von einem hilflosen Tragling entwickelt sich dein Baby in einem Jahr zu einem aufrecht gehenden Menschen.

Die großen Etappen

Für das Kind ist jeder Fortschritt, jede große Etappe ein Meilenstein. Die Geschwindigkeit, mit der jede Phase abläuft, hängt von vielen Dingen ab. Manche Babys sind vorsichtig, andere wieder mutig. Es gibt sowohl ruhige, als auch lebhafte Kinder.  
Wie dem auch sei, intensives Training wird seine Leistung nicht verbessern, denn es wird sich in jenem Rhythmus psychisch und physisch weiterentwickeln, den es braucht.  
Diese Fortschritte sind nämlich nicht nur von der geistigen Entwicklung, sondern auch von der Entwicklung des Nervensystems abhängig: Das Kind kann deshalb keine Phase überspringen.  
In seiner Entwicklung wird es täglich davon beeinflusst, was seine Eltern und seine Umgebung ihm bieten, von seiner Bewegungsfreiheit und von Gelegenheiten, Schwierigkeiten zu meistern.

Wissenswertes

Deine Bereitschaft, deine Aufmerksamkeit, deine Phantasie beim Erfinden von Spielen, deine Unterstützung und dein Beifall sind die Stütze, die dein Kind braucht, um sich in neue Abenteuer zu stürzen: zum Beispiel, gehen zu lernen.

 Du solltest nicht ungeduldig sein und neidvoll die Fortschritte des Babys in der Nachbarschaft beobachten.  Wenn ein Kind früh entwickelt ist, muss das nicht immer bedeuten, dass es begabt ist.  Viele früh entwickelte Babys werden später von den „Spätentwicklern“ überholt.  Außerdem entwickeln alle Kinder zu jeder Zeit gewissen Fähigkeiten.  Bei manchen ist es das Sprechen, bei anderen das Gehen oder auch die Verfeinerung der Psychomotorik. Kein Kind gleicht dem anderen.

Der erste Monat

Schon sehr bald nach der Geburt ist das Baby bereits neugierig, hebt kurz den Kopf und dreht ihn von Seite zu Seite. Es beginnt, die Welt zu entdecken.

Der zweite Monat

Wenn sich das Baby auf die Arme stützt, kann es den Kopf schon besser heben. Außerdem befreit es sich nach und nach von der gekrümmten Haltung nach der Geburt: Es streckt leichter Arme und Beine aus und beginnt, seine Hände zu öffnen.

Der dritte Monat

Das Baby kann eine Rassel festhalten, wenn man sie ihm in die Hand gibt.  Es versucht etwas ungeschickt, sie zum Mund zu führen und sie auch mit der anderen Hand anzugreifen. Die Augen richten sich mit größter Aufmerksamkeit auf den Gegenstand, den man ihm zeigt.

Der vierte Monat

In der Bauchlage streckt das Baby Arme und Beine wie ein Flugzeug von sich. Es möchte diese Lage so lang wie möglich beibehalten, um den Horizont zu sehen, ermüdet aber schnell dabei.  Es spielt mit seinen Händen und bewegt Spielzeug, das vor ihm hängt und entdeckt so den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung.

Der fünfte Monat

Nach und nach greift das Baby nach den Gegenständen, die es umgeben. Es beherrscht das Greifen immer besser. 

Der sechste Monat

In Bauchlage stützt sich das Baby auf die ausgestreckten Arme. Es kann willentlich nach Gegenständen greifen, die es interessieren (ein Beweis dafür, dass es bereits eine Auswahl treffen kann!). Es fasst die Gegenstände mit der gesamten Handfläche an und untersucht sie, indem es sie in den Mund nimmt oder daran leckt. Sein neuestes Spiel ist, ein Spielzeug von einer Hand in die andere zu geben.

Der siebente Monat

Das Baby kann sich bereits drehen und wechselt im Liegen von der Rückenlage zur Bauchlage.  Wenn es am Rücken liegt, spielt es gerne, indem es mit den Händen nach den Füssen greift. Wenn es am Bauch liegt, betrachtet es intensiv seine Umgebung.

Der achte Monat

Wenn du das Baby aufsetzt, wird es diese Position einige Sekunden, vielleicht sogar einige Minuten beibehalten können.  Es hüpft gerne, wenn man es aufrecht unter den Armen hält.  Jetzt kann es nicht nur Gegenstände angreifen, sondern sie auch durch Öffnen der Hand wieder loslassen. Es hat seine Freude daran, Gegenstände fallen zu lassen, was dir nicht immer gefallen wird. Es will dich aber damit nicht ärgern, das ist für das Baby ein neues, aufregendes Spiel!

Der neunte Monat

Es kann nun alleine sitzen, muss sich aber noch konzentrieren, um das Gleichgewicht zu halten. Wenn es sich mit den Händen festhält, kann es sich selber im Gitterbett aufziehen und aufrecht halten. Am Boden bewegt sich dein Kind wie eine kleine Robbe vorwärts.

Der zehnte Monat

Das Baby sitzt nun schon ganz sicher und kann seine Hände bereits immer besser einsetzen: Es kann sorgfältig und mit größter Genauigkeit Krümel und andere kleine Stückchen zwischen Daumen und Zeigefinger aufheben. Das Baby ist stolz auf sich selbst, klatscht in die Hände oder schlägt zwei Holzklötze gegeneinander. Es untersucht auch kleine Löcher mit den Fingern (Achtung bei Steckdosen!). 

Der elfte Monat

In diesem Alter hat das Baby schon mehrere Fortbewegungstechniken erlernt: Auf allen Vieren, wie eine Krabbe, sogar mit dem Hinterteil nach oben gestreckt oder es geht aufrecht und hält sich dabei seitlich an Möbelstücken an.  Alle Mittel sind recht, um dorthin zu gelangen, wohin es will. Gehen kann es schon, wenn man es an den Händen hält, allerdings ist diese Art zu gehen für das Baby nicht sehr angenehm (durch die nach oben gestreckten Arme kann es nicht gut atmen), daher sollten Sie dies nicht zu oft tun. 

Der zwölfte Monat

Beim Gehen hält es sich nur mehr an einem Finger deiner Hand an. Manche Babys machen jetzt schon die ersten Schritte alleine, andere erst mit 18 Monaten. Auch hier gilt wieder, dass jedes Kind seinen eigenen Rhythmus hat!