Der Alltag mit deinem Baby nimmt langsam Gestalt an. Was für ein Glücksgefühl, wenn es dich anlächelt! Manchmal leidet es aber an Koliken und schreit.
Mein Baby:
Gesundheit und Entwicklung
Was dein Baby schon alles kann: Unglaublich, was der Zwerg in wenigen Wochen dazu gelernt hat: Seine Koordination hat sich merklich verbessert, die Händchen finden immer sicherer zum Mund. Baby´s Fitnesstraining ist starkes Strampeln und das zeigt ebenfalls beachtliche Folgen: Sein Kopf ist schon fixierter und muss nicht mehr ganz so stark gestützt werden. In der Bauchlage kann es schon den Kopf sogar schon heben und auf die Seite drehen.
Es öffnet die Hände teils zufällig, teils bewusst und beginnt, nach Dingen zu greifen. Überhaupt nimmt es regen Anteil an seiner Umwelt und verfolgt interessante Objekte mit den Augen. Hohe Töne und Gesang haben es ihm angetan und das möchte es auch selbst können: So übt es die Selbstlaute a e i o u und beginnt zu lallen, zu quieken und zu glucksen. Es kann bereits Gesichtsausdrücke und Gefühle unterscheiden und erkennen und beginnt, bewusst zu lächeln.
Dreimonatskoliken
Die wunderbaren Momente, in denen dein Kind dich bewusst anlächelt, entschädigt für die Zeiten, in denen dein Baby während der ersten Monate stundenlang schreit, ohne dass ein ersichtlicher Grund vorliegt. Du hast ja schon alles überprüft, ob es Hunger hat, nass ist, Zuwendung braucht: Nichts gefunden, Alles in Ordnung, Aber mein Baby schreit und schreit. Stundenlang. Ein Schreibaby. So nennt man Babys, die plötzlich so zu schreien beginnen, vor allem nachmittags. in den frühen Abendstunden und nach Mahlzeiten, und durch nichts zu beruhigen sind. Man spricht zwar von Dreimonatskoliken, weil die Verdauung in den ersten drei Lebensmonaten noch nicht ausgereift ist, aber der eigentliche Grund ist oft unbekannt. Eine andere Theorie besagt, es handle sich um eine Form des Stressabbaus, weil das Zentralnervensystem noch nicht ausgereift ist. Zum Trost: nicht alle Babys sind betroffen, sondern nur jeder 8. bis 10. Säugling.
Woran erkennt man die Neigung zu Dreimonatskoliken? Es handelt sich um eine Dreimonatskolik, wenn dein Baby länger, öfter als dreimal pro Woche drei Stunden pro Tag schreit und wenn dieser Zustand länger als drei Wochen anhält.
Während des Schreianfalls zieht das Baby die Beine krampfhaft an und ballt die Fäuste. Andere Babys machen sich stocksteif. Das Baby ist gespannt und druckempfindlich. Durch das viele Schreien kann es zu Blähungen kommen, weil dein Baby dabei Luft schluckt. Sein Gesicht kann rot anlaufen und es schwitzt.
Was soll man da tun? Ein Besuch beim Kinderarzt kann klären, ob es nicht doch organische Ursachen wie z.B. Nahrungsmittelunverträglichkeiten gibt. Dann hilft es, wenn du als Stillende die Auslöser – z.B. blähendes Gemüse oder Zitrusfrüchte, vermeidest. Bei Flaschenkindern kann auf hypoallergene Babynahrung umgestellt werden. Handelt es sich um eine echte Dreimonatskolik bieten Schreiambulanzen der Spitäler wertvolle Hilfestellungen.
Alltag mit einem Schreibaby – was hilft?
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Trage das Baby in "Fliegerstellung" herum, d.h. bäuchlings auf dem Unterarm, das mögen die allermeisten Kinder. Oder Trage es in einem Tragetuch herum.
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Vielleicht hilft ja auch das Schaukeln in der Wiege oder eine Kinderwagenfahrt über einen leicht holprigen Untergrund.
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Sorge für ein monotones Dauergeräusch: der Staubsauger kann da erstaunlich gute Dienste leisten.
Eine sanft Bauchmassage mit leicht erwärmtem Kümmelöl entspannt Baby´s harten Bauch. Wichtig: immer im Uhrzeigersinn massieren.
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Lege ein warmes Kirschkernsäcken auf.
Und wer hilft dir? Die Hilflosigkeit, meinem Baby nicht helfen zu können, ist schwer zu ertragen und kann auch Aggressionen auslösen. Das ist nur allzu verständlich, aber: Was du und jede andere Person niemals, unter keinen Umständen tun solltest: Dein Baby aus Frust und Verzweiflung schütteln: das führt zu schwersten Verletzungen! Ein Schütteltrauma kann tödlich sein! Mehr dazu z.B. unter: http://science.orf.at/science/news/68007 Damit es gar nicht soweit kommt: Hole dir Hilfe.
Lass auch andere Betreuungspersonen das Baby herumtragen. Das verteilt die Anstrengung auf mehre Personen. Versuche während der Zeit, in der jemand anders das Baby betreut, eine akustische "Schreipause" einzulegen: gehe spazieren, nimm ein schönes Bad oder versuche, ein wenig zu schlafen. Geht es dir besser, hilft das auch deinem Kind. Ehrenwort.
Stillen und Ernährung
Dein Baby will jetzt 5-6 mal tagsüber gefüttert werden und 2 x in der Nacht. Die Muttermilch passt sich laufend den Bedürfnissen deines Babys an. Zudem enthält sie viele Abwehrstoffe, die dein Baby in den ersten 6 Lebensmonaten vor den meisten Infektionen schützt. Das ist der sogenannte "Nestschutz".
Als Stillende solltest du dich möglichst gesund ernähren, damit es dir und deinem Baby an nichts mangelt. Achte auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr, schließlich dient die Muttermilch auch als Durstlöscher für dein Baby: bei jedem Stillen erhält dein Baby zu Beginn dünnflüssigere Milch gegen den Durst und erst dann gehaltvollere Milch gegen den Hunger. Genial!
Falls du stillst, sind Diätversuche tabu: der Grund ist, dass wir alle Schadstoffe im Fettgewebe speichern, bei Diäten treten diese Schadstoffe verstärkt in die Muttermilch über – das ist sicher nicht das, was du für dein Baby willst. Aber nicht verzagen: Als Stillende hast dur einen erhöhten Energiebedarf von ca. 600 Kalorien pro Tag – das lässt die Fettpölsterchen, die Mutter Natur vorsorglich während der Schwangerschaft angelegt hat, um für die Stillperiode gerüstet zu sein, ganz von allein schmelzen.
Meine Familie und ich
Die Frau in der Mutter: Mutter sein ist wunderschön, das Gefühl, eine attraktive Frau zu sein, ebenso. Dieses Gefühl lässt sich fördern.
Rückbildung: Jetzt ist die Zeit für gezielte Rückbildungsgymnastik gekommen, entweder in einem Kurs oder in Eigenregie zu Hause – in diesem Fall solltest du dich aber von deiner Hebamme beraten lassen. Ziel der Rückbildungsgymnastik ist die Stärkung des Beckenbodens und der Bauchmuskulatur, die ja beide während Schwangerschaft und Geburt gefordert und gedehnt wurden.
Korrekt durchgeführtes Beckenbodentraining kann noch mehr als das: ein starker und anatomisch richtig eingesetzter Beckenboden stützt die inneren Organe und beugt so lästigen Senkungserscheinungen vor. Er sorgt für eine gute Haltung und entlastet die Wirbelsäule. Beschwerden der Hüftgelenke und im Kreuz-Darmbein Bereich – gerade dort, wo es durch das einseitige Tragen deines Babys Probleme geben kann, werden gelindert, bzw. entstehen erst gar nicht.
Kein Tabu: Falls du in der Zeit nach der Geburt festgestellt hast, dass deine Blase beim Heben, Niesen oder Lachen "nicht ganz dicht" ist– das Beckenbodentraining wird es wieder richten.
Gut zu wissen: der Versuch, den Harnstrahl immer wieder zu stoppen, ist keine empfehlenswerte Methode, ganz im Gegenteil. Derlei Manöver irritieren nur die Blase und bringen nichts, da sie nur die äußerste Schicht des Beckenbodens ansprechen, trainiert werden sollen aber die mittlere und vor allem die innere Schicht.
Das Hängebäuchlein: Dein Bauch macht keinerlei Anstalten, wieder flach zu werden und die Bauchmitte wirkt eingefallen? Der Arzt spricht von "Rectusdiastase"? Das bedeutet nur, dass der große gerade Bauchmuskel, der "rectus abdominis" gedehnt wurde, sozusagen wie ein geöffneter Reißverschluss. Damit er sich wieder schließt, unbedingt zuerst die Tiefenmuskulatur und dann nur die schrägen Bauchmuskeln trainieren, damit sich die Lücke schließt. Erst danach wieder den geraden Bauchmuskel selbst trainieren. Da jeder Fall anders ist, zur Sicherheit mit Azt/Ärztin oder Hebamme abklären.
Lust auf Sport? Gut so, aber Hebamme Traude Trieb, freischaffende Hebamme in Teesdorf (Niederösterreich), rät: "Die ersten 4 Monate nach der Geburt keine "hüpfenden" Sportarten, also auch kein Joggen." Nordic Walking ist ideal, Inline Skating ist ok - wenn mans schon kann und nicht erst lernen muss.
Straffer Körper, schöner Busen: Mit der geeigneten Pflege lässt sich die Geweberegeneration fördern und unterstützen: Peelen oder Trockenbürsten, Wechselduschen, cremen. Dazu wenn nötig Spezialprodukte gegen Schwangerschaftsstreifen (= kleine Geweberisse). Der Busen will Halt und Festigkeit: einen perfekt sitzender BH und isometrische Übungen. Du weißt schon - Hände auf Brusthöhe falten und aneinander pressen, 50 mal am Tag, damit es auch etwas bringt. Straffende Pflege – jetzt ist die Zeit der Intensivpflegeprodukte. Die Pflege immer NACH dem Stillen auftragen und die Brustwarzen aussparen. Achtung bei Produkten, die Größenzuwachs versprechen: die sind jetzt fehl am Platz.
Wann ist Sex wieder erlaubt: Vom medizinischen Standpunkt aus ist ungeschützter Verkehr wieder erlaubt, sobald der Wochenfluss versiegt ist. In der Praxis dauert es nach ersten Versuchen oft noch Monate länger, aber das ist kein Grund zur Beunruhigung.