Dein Baby robbt rückwärts und erforscht alles, was ihm dabei unterkommt. Es fürchtet sich vor fremden Menschen und hat vielleicht Probleme mit dem Einschlafen.
Das Baby mit acht Monaten
Fremdeln
Das Baby erlangt das Bewusstsein, dass seine Mama und es selbst nicht ein einziges Wesen sind. Wenn es daher seine Mama aus dem Blickfeld verliert, hat es Angst, sie nicht mehr wieder zu sehen und verleiht dieser Angst lautstark mit Schreien und Weinen Ausdruck. Es unterscheidet jetzt sehr deutlich zwischen den Personen aus seiner nächsten Umgebung und anderen Menschen. Unbekannte Gesichter machen ihm Angst. Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, zu versuchen, es an eine ungewohnte Umgebung zu gewöhnen.
Das Baby wird immer geschickter mit seinen Händen. Beim Ergreifen eines Gegenstands hält es den Daumen gegenüber von den anderen Fingern. Dadurch hält es die Dinge viel besser in der Hand und kann besser damit umgehen. Mit der Hand wirft es auch Dinge weg, die es nicht mag. Es entdeckt die versteckteren Teile seines Körpers: Es saugt an seinen Zehen, berührt sich an den Ohren, steckt die Finger in die Nase und in den Mund, zieht an seinem Penis, wenn es ein Junge ist.
Beim Spielen begreift das Baby, dass die Dinge beständig sind, und es sucht ein verstecktes Spielzeug. Deshalb ist das Versteckspiel in diesem Alter besonders beliebt. Sobald man ihm die Hände reicht, macht es ihm große Freude, sich gleich daran festzuhalten und so gut wie ohne Schwierigkeit hochzuziehen.
Aber wenn es auch beginnt, sich selbst aufzurichten, so heißt das noch nicht, dass es in der Lage ist, sich auch wieder niederzusetzen.
Das Baby plappert nun den lieben langen Tag. Es versucht denselben Tonfall wie du anzunehmen, um mit dir zu kommunizieren. Das ist der Beginn der Sprache. Und je mehr du mit ihm sprichst, desto mehr übt dein Baby, bis es schließlich Silben aneinander hängt und einen unvergleichlichen Tonfall dabei annimmt. Du wirst entzückt sein!
In diesem Monat nimmt das Baby 500 g oder weniger zu. Das durchschnittliche Gewicht eines Mädchens beträgt nun zwischen 6,5 und 10,5 kg, das eines Jungen zwischen 7 und 10,5 kg. Es wächst einen bis zwei Zentimeter.
Warum soll man den Schädelumfang messen?
In den ersten beiden Lebensjahren sollte die Größe unbedingt regelmäßig gemessen werden. Bei einem Kind, das zum Termin auf die Welt gekommen ist:
- bei der Geburt 35 cm
- mit 6 Monaten 44 cm
- mit einem Jahr 47 cm (also wächst das Baby im ersten Jahr 12 cm)
- mit 2 Jahren 50 cm
- Vor dem ersten Geburtstag ist folgende Formel anwendbar: Schädelumfang in cm = (Körpergröße in cm/2) + 10
Bis zum Erwachsenenalter nimmt der Schädelumfang in der Folge nur 5 bis 6 cm zu.
Vom gleichmäßigen Wachstum des Schädels in den ersten beiden Jahren lässt sich auf eine gute Entwicklung des Gehirns schließen. Das wird erst dadurch möglich, weil die Nähte der Fontanellen der Schädelknochen sich langsam schließen (die vordere Fontanelle schließt sich erst im Alter von 12 bis 18 Monaten).
Je nach Geschlecht gibt es sowohl in Bezug auf Gewicht als auch auf Größe Referenzkurven einschließlich normaler Abweichungen. Wenn die Kurve unter der 2 Standardabweichungen liegt, spricht man von Mikrozephalie, und wenn sie über 2 Standardabweichungen liegt, ist von Makrozephalie die Rede.
In beiden Fällen wird folgendes untersucht:
- ob es eine identische Situation in der Familie gibt
- die Umstände der Schwangerschaft, der Zeitraum um die Geburt und die psychomotorische Entwicklung
- es werden eine neurologische und augenärztliche sowie möglicherweise noch weitere Untersuchungen durchgeführt (Augenhintergrund, Ultraschalluntersuchung, Labor, Magnetresonanz) und diese Untersuchungen werden später wiederholt.
Ausmaß der Verzögerung der geistigen Entwicklung
Zahlreiche Kinder mit einer Verzögerung der geistigen Entwicklung weisen eine Mikrozephalie auf. Ein allzu schnelles Wachstum des Schädelumfangs hingegen kann auf eine Makrozephalie schließen lassen, die auf eine Schädelblutung oder eine Gehirnhautentzündung oder eine Verformung oder, in seltenen Fällen, auch auf einen Tumor zurückzuführen ist.
Sicherheitsvorkehrungen im Kinderzimmer
Triff Sicherheitsvorkehrungen am besten, sobald dein Baby in sein neues Zimmer kommt. Warte nicht, bis es größer ist, denn das niedliche Ding, das heute so sanft im Stubenwagen schläft, kann sich schon viel schneller, als du das für möglich hälst, als künftiger Forscher und Entdecker erweisen ...
- Steckdosen sichern: Alle Steckdosen, die nicht gerade in Verwendung sind, sollten mit einer dafür vorgesehenen Kindersicherung versehen werden
- Achte darauf, dass keine Stromkabeln von den Lampen hängen, an denen es sich leicht ziehen ließe
- Denke daran, alle Schlüssel abzuziehen (Schrank, Fenster und Tür): Denn das Kind kann ihn nicht nur allzu leicht verlieren, sondern sich auch irrtümlich einschließen.
- Stelle keine Möbel vor das Fenster: Das wäre viel zu verführerisch, hinaufzuklettern, um mal kurz hinauszuschauen
- Lege rutschfeste Unterlagen unter Teppiche, die auf Parkettböden liegen, um Ausrutschen zu vermeiden
- Sei vorsichtig mit Medikamenten und lass diese nicht auf einer Kommode oder einem Nachttisch liegen, auch nicht nach einer chaotischen Nacht, die du mit deinem kranken Kind verbracht hast.
- Befestige Schränke und Regale gut mit Winkeln an der Wand, damit sie nicht umgeworfen werden können.
- Vermeide es, Schränke obenauf mit allzu großem Gewicht zu belasten, um Ungleichgewicht zu verhindern.
- Prüfe vor dem Winter, ob die Heizkörper sehr heiß werden, und verkleide diese falls nötig.
Das Baby wird schnell groß!
Später wirst du sagen: "Sie sind zu schnell groß geworden." Aber im Moment ...
Alle über einen Kamm scheren?
Die kleine Margarita ist drei und kommt tränenüberströmt von ihrem ersten Kindergartentag nach Hause: Die Betreuerin hat sie gescholten, weil sie nicht die Stacheln der Kastanie wie vorgegeben gezeichnet hat. Fassungslos lesen die Eltern einige Wochen später, was im Bewertungsheft ihrer Tochter geschrieben steht. Hier werden die "graphomotorischen Fähigkeiten", die "zeitlich-räumliche Verknüpfung" und die Kompetenzen des kleinen Mädchens querzudenken gelobt.
Wie soll man denn als aufmerksame und besorgte Eltern nicht in die Falle tappen, also besorgt über die Pseudofähigkeiten seiner Kleinen sein, die früher einfach in aller Ruhe je nach Rhythmus des Kindes erworben wurden? Für manche bedeutet das von einem Spezialisten zum nächsten zu laufen, um alles auszutesten angefangen vom Logopäden bis zum Psychologen. Es gilt nur nicht aus der Norm zu fallen, um ja nicht die Chance auf Erfolg zu verpassen.
Neben den Talenten und besonderen Begabungen, die jedes Kind mitbringt, entwickeln sich jedoch nicht alle Kinder gleich schnell. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Kind sich beim Spracherwerb schwer tut, jedoch wunderbare Zeichnungen macht, die sowohl kreativ sind als auch auf ein ausgeprägtes Farbgefühl hindeuten. Mit fünfzehn Jahren kann genau dieses Kind denselben Wortschatz wie gleichaltrige Kinder entwickelt haben. Oder ein anderes Kind, das sich schwer tut, einen Ball zu treffen, aber über außergewöhnliche Fähigkeiten, logische Schlüsse zu ziehen, verfügt (und später leidenschaftlich Tischtennis spielen wird).