Das zehnte Monat
Dein Baby lernt gerade gehen
Ja, wer kommt denn da angetapst? Dein Baby, denn es lernt gerade gehen. Es kann auch schon selbst den Löffel zum Mund führen und an Familienmahlzeiten mitnaschen.
Das Baby mit zehn Monaten
Bald steht es alleine!
Dein Baby kann nun schon einige Sekunden stehen, wenn es sich an einem Stuhl- oder Tischbein festhält. Ein wahrer Sieg! Entsprechend stolz ist auch der Blick deines Kindes - und der deine! Im Liegen kann es sich schon allein ohne Hilfe von außen aufsetzen. Nachdem es das Robben geübt hat (es benützt zum Vorwärtskommen die Arme), krabbelt dein Baby jetzt munter auf allen Vieren und stützt sich dabei auf Hände und Knie. Beim Sitzen fühlt sich dein Baby sehr wohl. Es kann seinen Rücken dabei schön gerade halten. Es kann dabei etwas mit den Händen tun, zum Beispiel ein Spiel in die Hand nehmen. Es liebt es, zwei Gegenstände gegeneinander zu schlagen und auf diese Weise Lärm zu erzeugen.
Es schläft zwischen 11 und 12 Stunden in der Nacht und 3 Stunden am Tag. Jetzt schläft es nicht mehr irgendwo und irgendwie ein. Manchmal kann es nur schwer einschlafen.
Seine Wahrnehmung wird feiner: Mengen, die Beschaffenheit von Dingen (hart, weich), Inhalt und Behältnis treten ins Bewusstsein: Es schachtelt die Gegenstände ineinander, um daraus einen einzigen zu machen. Es testet das Gleichgewicht der Dinge, indem es sie auf den Kopf stellt. Es kann die Hände jetzt noch besser einsetzen: Bisher ergriff es einen Gegenstand mit der ganzen Hand. Jetzt verwendet es Daumen und Zeigefinger, wie eine Zange. Sein visuelles Gedächtnis ist hervorragend, nichts entgeht ihm, auch nicht die kleinsten Details.
Im Verlauf dieses Monats nimmt das Baby 300 Gramm zu und wächst um zirka 1 bis 1,5 cm. Es hat zwischen 0 und 8 Zähne!
Das Plappern entwickelt sich weiter. Sein Vokabular erweitert sich ständig und es kann bedeutend mehr Wörter verstehen als sprechen. Das Baby sagt "Auf Wiedersehen" und schickt Kusshändchen und macht dich unermüdlich nach!
Woran ich diesen Monat denken sollte
Ich kaufe jetzt schon die nächsthöhere Milchstufe. Der Speiseplan meines Babys wird erweitert! Ich reinige seine Milchzähne mit einem Wattestäbchen oder einer geeigneten Kinderzahnbürste.
Elternschaft - Instinkt oder Erlernen?
Wie können wir gute Eltern sein? Diese Frage stellen sich alle Eltern und zahlreiche Bücher versuchen, Antworten darauf zu geben. Aber was für eine Rolle spielt der Instinkt bei der Elternschaft? In der Eltern-Kind-Beziehung spielt das Angeborene eine wichtige Rolle, aber in vielen Fällen reicht der Instinkt nicht aus (wenn das Baby mitten beim Essen schreit, wenn es sich absolut weigert, zu schlafen, usw.). Dann ist guter Rat teuer.
Lernen kann nicht ausschließlich durch Bücher und die Meinung von Spezialisten erfolgen. Eltern sein lernt man in erster Linie im Kontakt mit anderen Eltern, indem man von Ihren Erfahrungen profitiert. Das war schon immer so. Denn die Erfahrung anderer Eltern gibt viel mehr Zuversicht als über die Medien verbreitete "Wahrheiten" oder "Rezepte", da sie auf etwas gemeinsam Erlebtem beruhen.
Und weil dieser Austausch von Wissen absolut notwendig ist, sollten Aktivitäten gefördert werden, bei denen sich Eltern austauschen können: von Eltern oder Elternvereinen geführte Kinderkrippen, Vereinigungen für Eltern von Schülern - solche Projekte tragen zu einem großen Teil dazu bei, das mit der Elternschaft verbundene Wissen zu erweitern.
Die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten
Einen Gegenstand ergreifen, Würfel aufeinander stapeln oder einen Ball werfen, das sind wichtige Etappen in der Entwicklung des Kindes.
Diese Spiele, so einfach sie sein mögen, sind wichtig für die Bewusstwerdung der Identität und für künftige konstruktive soziale Aktivitäten.
Die Fähigkeiten seines Kindes zu kennen und es zu fördern, ist hilfreich für eine erfolgreiche Entwicklung.
Dabei darf jedoch niemals darauf vergessen werden, dass jedes Baby seinen eigenen Rhythmus hat und Nähe, Gespräch und Spontaneität durch nichts ersetzt werden können.
Es liegt an dir, die Vorschläge, die wir machen, an deine Bedürfnisse anzupassen und durch unzählige kleine Entdeckungen, die nur ihr beide macht, zu erweitern!
Wie das Baby lernt seine Hände zu gebrauchen:
Ab Geburt an, soll das Baby lernen seine Hände zu gebrauchen.
Verschiedenste Übungen und entsprechende Aufmerksamkeit von deiner Seite können ihm helfen.
Der Gebrauch der Hand als Hilfsmittel, eines der Charakteristika eines menschlichen Wesens im Kontakt mit den Anderen, ist das Resultat langer Übung.
Von 0 bis 4 Monaten: Vom Festklammern bis zur Entdeckung erster Objekte
In den ersten Wochen des Lebens, spielen die Arme noch keine sehr aktive Rolle. Sie klammern sich an alles was sie finden. Das ist der angeborene Klammerreflex, der aber nach den ersten drei Monaten nicht mehr so ausgeprägt ist.
Bei der Geburt sind Arme und Beine des Babys sehr kräftig. Es hält die Fäuste noch fest geschlossen und kann die Finger über verschiedensten Sachen verschließen: die Gitterstäbe des Bettchens, deine Hände...
Nach zwei Monaten ist der Klammerreflex nicht mehr so ausgeprägt, die Händchen öffnen sich mehr und mehr. Arme und Beine entspannen sich immer mehr.
Wie kann ich mein Baby fördern?
Berühre dein Baby so viel als möglich. Der direkte Hautkontakt hat einen stimulierenden Effekt auf die sensorischen Rezeptoren.
Spitznamen
Warum werden die gewählten Vornamen geändert?
Du erinnerst dich noch, dass deine Mutter dich Liesi nannte, dein kleiner Bruder Isi (weil Elisabeth zu schwer auszusprechen war, auch noch nach drei Jahren!). Und für deinen Vater warst du "meine Prinzessin". Nun da du selbst Mutter bist, entdeckt du eine unerschöpfliche Kreativität im Erfinden von Kosenamen: mein kleiner Engel, Spatz, Schätzchen etc.
Manche dieser Kosenamen sind vorübergehend, andere setzen sich durch, auf jeden Fall ziehen sie sich durch die ganze Kindheit. Häufig werden sie von "mein" begleitet und sind Ausdruck einer zarten Innigkeit, machen aber auch die Grenze zwischen Eltern und Kindern deutlich und sorgen dafür, dass die Kinder nicht allzu schnell groß werden! Manche sind harmlos, manche bedeutungsvoll. Kosenamen können in mehrere Gruppen eingeteilt werden.
Die Tierwelt: alles was klein ist, ist niedlich!
"Mein Küken, mein Spatz, mein Häschen" - Wer ist nicht gerührt angesichts der kleinen Tiere? Die Bedürftigkeit, die Unschuld, mit diesen Eigenschaften bringen wir diese Kleinen in Verbindung und dieselben Eigenschaften lassen uns auch an unsere Kleinen denken. Durch Geschichten und die Realität sind diese Tiere Teil der Phantasiewelt der Kinder. Sie versinnbildlichen die sanfte Welt, die du dir für deine Kinder wünscht. So ist es kein Wunder, dass auch die Kinderzimmer mit Hasen, Katzen usw., viel seltener jedoch mit Tigern oder Krokodilen dekoriert werden.
Ich hab dich zum Fressen lieb!
"Mein Zuckerpüppchen, mein Honigmäulchen, mein Zuckergoscherl": Und wirklich, mit ihrer zarten Haut und den appetitlichen Rundungen möchte man an liebsten in sie reinbeißen. Zum Fressen süß! Außerdem ist alles, was mit dem Mund zu tun hat, in der ersten Zeit für sie so wichtig. Ich hab dich zum Fressen gern! Das ist nicht nur eine leere Redewendung. Hast du schon mal beobachtet, wie ein Kleinkind die Welt mit dem Mund entdeckt?