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Suppenkaspar oder Vielesser

Ein Löffel für den Papa, ein Löffel für die Mama...

Will dein kleiner Liebling kaum einen Bissen essen? Oder tut er nichts lieber als das und du weisst gar nicht wie du ihn bremsen sollst?

Blond und blauäugig, Lockenkopf mit Temperament oder schüchternes Glatzköpfchen - jedes Kind ist irgendwie anders. Und das ist auch gut so. Und so unterschiedlich wie unsere Kleinen im Aussehen sind, so unterschiedlich ist auch das Essverhalten.

Suppenkaspar oder Pummelchen?

Als Eltern macht man sich natürlich sofort Sorgen wenn der liebevoll gekochte Karotten-Kartoffelbrei mal wieder stehen bleibt und auch der Getreide-Apfel-Birnen-Riegel nicht so recht schmecken will.
Aber auch der Nachwuchs, der nach dem dritten Teller Gemüse-Fleisch-Brei und am Nachmittag bereits verputzter Prinzenrolle noch mehr fordert raubt uns den sowieso mageren Schlaf. Wann ist wenig essen zu wenig? Und wie verhindere ich, dass mein Kleinkind zum Pummelchen wird?

Kein Problem im Säuglingsalter

Im Säuglingsalter scheint erstmal alles in Ordnung. Unzählige Bücher bestätigen, ein Stillkind könne man nicht überfüttern. Und jedes Kind hole sich das Nötige. Beim Umsteigen auf Flaschennahrung wird das schon schwieriger, denn es gibt unzählige Milchpulversorten, viele mit zu viel Zuckeranteil. Doch kommt es in diesem Alter nur selten zu Überfütterung.
Nimmt das Kind jedoch nicht ausreichend zu und scheint stark untergewichtig, sollte ein Kinderarzt kontaktiert werden. Der kann dann etwaige Stoffwechselerkrankungen oder andere Störungen erkennen und behandeln.

Beikost: die Qual der Wahl

Im Beikostalter beginnt dann die Gefahr der Überfütterung und häufig steht man als junger Elternteil hilflos vor dem Gläschenregal. Die Auswahl reicht hier von Gemüse mit Allerlei über Obst mit oder ohne Getreide oder Schlechte-Gewissen-Sorten wie Schoko-Milchreis. Eine ausgewogene Ernährung ist gar nicht so einfach.
Kleine Feinschmecker kommen schnell auf den Geschmack von gehaltvollen und oft gesüßten Sorten und verweigern womöglich Kürbisgemüse und Tomatenrisotto. Da zeigen sich schnell kleine Pölsterchen an Armen und Beinen, die aber mit steigender Mobilität der kleinen Krabbler oder Laufanfänger auch schnell wieder schmelzen. In diesem Alter wird allerdings die Grundlage einer gesunden Ernährung und für das Körpergewicht des Kindes gelegt. Als Faustregel gilt: alles ist erlaubt, aber alles in Maßen! Auch der Schoko-Milchreis darf mal sein, aber wieso nicht als Nachtisch nach dem gesunden Gemüsereis? Und dann nur ein paar Löffelchen, und nicht gleich ein ganzes Glas? Als Zwischenmahlzeit auf dem Spielplatz sind nicht nur Gummibärchen und Kekse hipp, auch Apfelspalten oder Zwieback schmecken gut und enthalten nicht soviel Zucker. Wasser mit ein wenig Saft ist ebenso gesünder als Fruchtlimo oder Kakao. Und gegensteuern kann man dem drohenden Übergewicht mit ausreichender Bewegung. Also einfach mal den Kinderwagen zu Hause lassen und mit etwas Geduld den Weg zum Spielplatz mit dem Zwerg zu Fuß wagen.

Der Suppenkaspar braucht Geduld

Anders sieht es aus, wenn nach Brust oder Flasche so gar nichts schmecken will. Brei wird wieder ausgespuckt, Apfel gar nicht erst angefasst und Kekse sind uninteressant. Viele Kleinkinder sind bei Einführung der Beikost einfach noch nicht so weit und brauchen noch etwas Zeit, anderen will einfach nichts schmecken.
Da hilft nur Geduld, und es immer wieder zu versuchen. Auch durch Vorbilder lernen die Kinder, Beikost zu akzeptieren. Also das Kleinkind nicht separat füttern, sondern mit am Familientisch sitzen lassen. Ein Stück Gurke, das Papa in den Mund schiebt erscheint gleich interessanter und Mineralwasser aus dem Trinkbecher schmeckt vielleicht besser als die Milch aus der Flasche.
Mag das Kind auch mit einem Jahr noch gar nichts Anderes essen, sollte ein Kinderarzt das Gewicht im Auge behalten. Und doch gilt: solange das Kind wach und aufgeweckt, und nicht schläfrig oder schwächlich ist, bleibt noch Zeit für die Beikost.

 

Achtung Durchfall!

Krankheitsbedingt, bei Fieber oder Durchfall ist schnell ein halbes Kilo verloren und der Flüssigkeitshaushalt bedroht. Wichtig ist die Flüssigkeitsaufnahme, wobei dabei egal ist ob es Wasser, Milch oder der Lieblingssaft ist. Es zählt die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Elektrolytlösungen gibt es in Apotheken und sind frei erhältlich. Will das Kind nicht essen und auch nichts trinken, sollte schnellstmöglich ein Kinderarzt prüfen, ob das Kind in die Klinik muss. Babys und Kinder dehydrieren viel schneller als Erwachsene, hier ist Vorsicht angesagt.

Gummibärchen & Co

Ist das Kleinkind erst einmal in dem Alter, selbst zu entscheiden, was es ißt sollten Eltern unbedingt auf die richtige Mischung des Nahrungsangebots achten. Ein striktes Verbot von Süßem ist meist nicht durchzuhalten und schafft Frust für Kind und Eltern. Kinder entwickeln schnell Vorlieben, doch wenn man geduldig auch das zur Zeit nicht angesagte Essen immer wieder anbietet - irgendwann einmal wird der Sprössling probieren und vielleicht endlich den sonst verhassten Spinat mögen. Pingelige Kinder, die Neues nicht einmal ansehen, lockt man vielleicht mit Essen vom Puppengeschirr oder in lustigen Formen ausgestochen.

Generell gilt, Über- und Untergewicht sind meist durch unausgewogene Ernährung bedingt, können aber auch krankhaft sein. Im Zweifelsfall sollte man einen Kinderarzt fragen. Was allerdings den an sich gesunden Suppenkaspar betrifft: Vor dem vollen Teller verhungert ein Kleinkind nicht!