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Wann und wie stille ich?

Richtiges Stillen

Stillen ist die natürlichste Sache der Welt - theoretisch jedenfalls. Praktisch erfordert es viel Geduld und Übung bis es wirklich heißt „alles fließt“. Ein paar gute Tipps erleichtern dir den Anfang.

Nach der Euphorie der Geburt und der Entlassung aus der Klinik ist das Nachhausekommen nicht immer ganz einfach. Du fühlst dich überlastet und das Stillen des Babys kostet jede Menge Zeit und Kraft. Abgesehen von der Unsicherheit wieviel es getrunken hat. Ruhig bleiben ist hier die Devise, aller Anfang ist schwer und Stillen macht da keine Ausnahme. Nach ein paar Wochen ist es ein Kinderspiel...

Wann soll man stillen

Wenn dein Baby weint, hat es wahrscheinlich Hunger. Du hast dann nur eine Möglichkeit: Es zu stillen.  Aber du solltest auch lernen, Dinge zu unterscheiden: Im Lauf einiger Wochen bedeutet das Weinen des Babys nicht mehr ausschließlich, dass es hungrig ist. Es kann auch sein, dass seine Windel nass ist, dass es müde ist oder dass es einfach liebkost werden will.  Lass dich nicht verleiten, ihm jedes Mal die Brust zu geben, wenn es weint.

 

Im Allgemeinen verlangt ein Neugeborenes alle 2-3 Stunden die Brust, wobei die Abstände mit der Zeit größer werden (da sich die Milch ändert, die es trinkt und das Baby auch bei jedem Stillen mehr trinkt).

 

Die meisten Babys kommen ganz von selbst in einen regelmäßigen Rhythmus für das Trinken.  Auch dein Körper wird sich an den Rhythmus des Babys anpassen: Vielleicht wirst du spüren, wie deine Brüste anschwellen und die Milch einschießt, wenn dein Baby weint (und sogar schon einige Minuten, bevor das Baby hungrig ist).  Manchmal wirst du bereits ungeduldig warten, dass es aufwacht, wenn es seine Zeit bereits etwas überschritten hat, weil deine Brust schon ganz zum Stillen bereit ist.

Wie soll man stillen

Es gilt eine Hygiene-Regel: Vor jedem Stillen muss man sich die Hände waschen.

 

Danach setz dich bequem hin, wobei der Platz unwichtig ist, solange du dabei entspannt sein kannst.  Wenn du Lust hast, kannst du dabei Musik hören, wenn das zur Entspannung beiträgt.  Wesentlich dabei ist, dass dies ein Augenblick der Zärtlichkeit und Freude, der Ruhe und der Begegnung bleiben soll.

 

Denke daran, die Seite der Brust zu wechseln, die du dem Baby gibst, um für Ausgeglichenheit zu sorgen.  Mit dem Stillen wird auch die Milchmenge bestimmt, die du hast und es sollten beide Brüste gleich häufig gegeben werden.


 

Solltest du es dir nicht merken an welcher Seite das Baby zuletzt getrunken hat, wende einen Trick an, um zu wissen, mit welcher Brust das Stillen beginnen soll (befestige zum Beispiel eine Sicherheitsnadel am Träger des Büstenhalters an der Seite der Brust, mit der du beginnen musst).

Wie lange soll die jeweilige Stillzeit dauern

Die Stillzeit ist von Kind zu Kind verschieden. Manche Kinder trinken langsam, manche schneller. Manche Babys sind schnell, andere genießen das Trinken oder trinken in Etappen. Es gibt Babys, die sich mit einer Brust zufrieden geben, andere trinken an beiden Brüsten. Es gibt also auch hier keine „Norm“ bei Babys.

Andererseits solltest du die Stillzeit nicht unbegrenzt verlängern, das hätte wenig Sinn. Das Baby trinkt 90% der benötigten Menge innerhalb der ersten fünf Minuten. Nach fünfzehn Minuten effizientem Stillen hat es genug. Danach saugt das Baby nur noch aus Vergnügen. 

So solltest du dich während der Stillzeit ernähren

Du wirst viele Liter Milch produzieren müssen, sorge daher dafür, dass du genügend „Rohstoffe“ zu dir nimmst!  Diese Zeit ist deshalb nicht für eine Diät geeignet.  Das Stillen alleine wird dich dabei unterstützen, wieder abzunehmen.  Die Regel für diese Zeit lautet:  Ernähre dich gut und trinke viel. 

Im Vergleich zu deiner üblichen Ernährung musst du jetzt ca. 500 Kalorien täglich zusätzlich zu dir nehmen. 
 

Was sollest du essen

Iss, was du gerne isst. Dein Baby wird die gleichen Geschmacksstoffe entdecken, denn deine Ernährung hat auch einen Einfluss auf die Muttermilch. Das wird das Baby im Übrigen nicht stören, denn schon der Geschmack des Fruchtwassers im Mutterleib variiert je nach der Ernährung der Mutter. 

 

Versage dir daher nicht von vornherein gewisse Lebensmittel. Wenn das Baby allerdings immer ein Gesicht macht, wenn du Knoblauch oder Spargel gegessen hast, streiche diese Lebensmittel aus deiner Ernährung. Das Baby hat schließlich und endlich auch ein Recht auf seine eigenen Vorlieben!

 

Und da das Baby deinem Körper Flüssigkeit entzieht, solltest du daran denken, als Ausgleich auch nach jedem Stillen zu trinken!

 

Dein Arzt wird dir wahrscheinlich zusätzlich Vitamin- und Eisenpräparate verordnen.