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Probleme beim Wiedereinstieg in die Berfuswelt

Oft ist der Weg zum Wiedereinstieg weit und beschwerlich

Wenn Frau zum ersten Mal schwanger wird, dann wird sie meistens jäh aus dem hart erkämpften „Standing“ im Berufsleben herausgerissen. Spätestens wenn der Bauch dicker, größer und schwerer wird, das Lungenvolumen ebenso wie die Harnblase auf gefühlte vier Milliliter zusammenschrumpft, dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die werdende Mutter weit reichende Entscheidungen für ihr weiteres Berufsleben treffen muss. In den meisten Fällen entscheidet sich die frischgebackene Mutter dafür, den Mutterschaftsurlaub zu nutzen, um ihrem Kind den wohlverdienten Start ins Leben an Mamas Seite zu bieten. Nach Ablauf dieser Zeit und wenn das Kind dann im Kindergarten untergebracht ist, dann steht die nächste Entscheidung bevor. Arbeiten gehen oder noch ein Kind. Und dann einen Mutterschaftsurlaub später wieder. Arbeiten oder noch eins. Nach der Entscheidung für das dritte Kind ist meistens auch die Entscheidung für das weitere Berufsleben gefallen: Taxifahrerin oder Tagesmutter.

Sollte es bei einem oder zwei Kindern geblieben sein, dann winkt meist die berühmt-berüchtigte Doppelbelastung ins Haus. Geld muss her und das nicht zu knapp, der Wunsch nach Selbstbestätigung außerhalb verkoteter Windeln und getrockneter Kindertränen zwingt sich die Mutter dazu, mit anderen Erwachsenen um ausgesuchte Jobs in Teilzeitarbeit zu fetzen. Alles über dreißig Stunden die Woche ist für eine Mehrfachmutter zeitlich undenkbar. Und was darüber hinausgeht und viele Golddukaten nach Hause bringt, bedeutet, dass die arbeitswütige, selbstlose Mutter entweder ihre Kinder vernachlässigt oder ständig auf der Suche nach einer adäquaten Betreuungsmöglichkeit ist. Sollte die Betreuungsform nicht aus rüstigen und enkelaffinen Großeltern bestehen, dann sind Kreativität und Flexibilität gefragt. Kindergärten haben in der Regel bis Nachmittag geöffnet. Gut. Und Schulen? Und Musikunterricht und Schwimmen undundund.

In den Stunden, die ein Kind kostenintensive Betreuung braucht, ist das Arbeitengehen für die Mutter reiner Luxus. Ihr Gehalt geht zum größten Teil für die Tagesmutter, Kinderfrau oder Nanny drauf. Wie schön war es doch damals im Verbund der Großfamilie. Die, die nicht arbeiten gehen konnten, passten auf die Kinder auf, und die, die konnten, gingen arbeiten und schafften Nahrung nach Hause. Heute übernimmt warmherzig der Staat ganz im Sinne einer großen, glücklichen Familie diese Aufgabe, indem er kostenfrei Betreuungsplätze zur Verfügung stellt, sich mit neuen Steuermodellen um Kinderarmut kümmert und die Mutter aufgrund ihrer heimischen Verpflichtungen nicht als potenzielle Gefahr im Firmenkomplex sieht. Haha!

 Mütter können von zu Hause aus arbeiten, das ist doch kein Problem. Das meiste kann man in einem ruhigen Raum mit Computer, Internet und Telefonanschluss erledigen, wenn das Neugeborene schläft oder die älteren Kinder von tollen und fähigen Betreuungspersonen bespielt werden. Das Gute ist, dass man im eigenen Heim jederzeit abrufbereit ist, wenn etwas Dringendes wie Geschwisterstreit, Beule am Kopf oder „die Mama soll das aber machen“ ansteht. Das Gute ist auch, dass es irgendwann Abend wird und die Kinder ins Bett gehen, und dann erwachen sie, die Heimarbeiterinnen des Schreibtischs, Lichter im Arbeitszimmer gehen an, eine Kanne Kaffee dampft neben dem Computer, und bis ein Uhr früh hört man das klickende Geräusch fleißiger Fingerchen, die über die Tastatur hetzen.

Artikel entnommen aus

Mamas wissen mehr
Das schräge Fachwissen der Mütter 
 
Verfasser: Yvonne de Bark
 
12,5 x 20,0 cm
160 Seiten - 22 s/w-Abbildungen
EUR: 17,95 CHF: 31,50
 
ISBN: 978-3-8000-7455-6
 
Dieses Buch ist eine Hommage an die wahren Alphatiere der Gesellschaft. Die Autorin gestattet sich hier auf einfühlsame, ungeschminkte und knallharte Weise zu erörtern, welch wunderbares Wesen durch die Geburt eines Kindes entsteht. Nein, nicht das Kind. Die MUTTER. Kaum eine größere Wandlung macht die Frau im Laufe ihres Lebens durch, als wenn sie zur Brutpflegerin wird. Eine Trockenfutterkonsumentin wird zur Köchin, eine meinungslose Couchdellenverursacherin wird zum gefragten Internetratgeber in einschlägigen Foren und eine Hauptschulabgängerin kann plötzlich ihr Abitur nachholen. Denn: Mamas wissen mehr.