Warum du nach einer langjährigen Beziehung keine Sorgen haben mußt einem Kind nicht gewachsen zu sein
Wir brauchen Männer zur Erfüllung unseres dringendsten Bedürfnisses nach Fortpflanzung. Ohne geht es nicht (hab ich da jemanden „leider“ sagen hören?). Wir brauchen sie aber hauptsächlich, weil wir im Zusammenleben mit ihnen auf ein Zusammenleben mit Kindern hervorragend vorbereitet werden. Eine Frau sollte ein paar Jahre vor der Befruchtung ihrer Eizelle mit einem Mann zusammenleben, damit sie in die Geheimnisse der Kindererziehung eingeweiht wird, ohne dass sie es merkt. Männer und Kinder sind sich aus evolutionären Gründen äußerst ähnlich, nämlich um die Mutter in spe auf den richtigen Umgang mit dem Nachwuchs einzustimmen. Männer sind die beste Garantie dafür, dass Kinder in ein Umfeld geboren werden, das bereits bestens auf sie eingerichtet ist.
Kommunikation
Frauen mit Männererfahrung können damit umgehen, dass Kinder eine Schritt-für-Schritt Anleitung brauchen. Erst tust du dies, dann tust du das, dann machst du jenes. Bitte nicht überfordern, Männer wie auch Kinder sind NICHT multitaskingfähig. Langsam sprechen, kurze Sätze und einfache Worte wählen, dann steigen die Erfolgschancen, verstanden zu werden. Frauen sind es gewohnt, von Männern ein simples „hm“, „ja“ oder „nein“ als Antwort auf eine komplexe Frage zu erhalten. Das können sie auch von Ihren Kindern erwarten.
Körperpflege
In Sachen Körperpflege sind verheiratete Frauen bestens auf Kinder vorbereitet. Männer können zwar selbstständig zum Friseur gehen, aber den Zeitpunkt bestimmt die Frau. Gleiches gilt für Fingernägel schneiden, Haare waschen und duschen.
Anders verhält es sich beim Toilettengang. Da verzieht sich der Mann genauso wie der Sohn gerne mal alleine, um heimlich DOCH im Stehen zu pinkeln und dann ertappt zu gucken, wenn er einige Zeit später durch die hochgeklappte Klobrille enttarnt wird. Ein weiteres Trainingslager ist das Popelentfernen von Hosen, Möbeln und allem anderen als Taschentüchern. Wenn du Glück hast, dann erben deine Kinder die Vorliebe für Popelessen, dann kleben sie wenigstens nicht auf dem Sofakissen oder Teppich. Und gewöhn dich endlich an die ausgebeulten Hosentaschen mit verrotzten Taschentüchern, Münzen und was man eben noch so alles unbedingt braucht wenn man Mann oder Kind ist.
Ordnung
Da es während des Zusammenlebens mit einem Mann bereits Kleiderhaufen oder einsame Kleidungsstücke in der Wohnung gibt, ist es für die gestandene Mutter und Ehefrau ein Leichtes, über kindliche Versuche der hausordentlichen Verunsicherung hinwegzusehen. Gleiches gilt für offenen Zahnpastatuben, offene Klodeckel, abgebrannte Streichhölzer in Blumentöpfen, Bananenschalen im Garten, Milch außerhalb des Kühlschranks und einzelne Schuhe in Formation „Haufen“ im Eingangsbereich.
Trennungsangst
Ehefrauen kennen das Phänomen der Trennungsangst weit vor den ersten Krabbelversuchen des eigenen Kindes. Von ihrem Mann, denn der hat AUCH eine Mutter. Abnabelung, Loslassen und Anhänglichkeit sind Schlagworte, die er zwar kennt, bei denen er aber nicht fähig ist, sie mit sich selbst und der Beziehung zu seiner eigenen Mutter in Verbindung zu bringen. Die Ehefrau schon.
Kaufverhalten
Das Kaufverhalten des Mannes ist dem des Kindes nicht nur ähnlich, sondern nahezu damit identisch: Männer laufen zielstrebig am Obststand vorbei zu den Fertiggerichten und lustig-bunten Neppackungen. Sie greifen in Kassennähe noch schnell in den „Nimm-mich-mit“-Warenaufsteller und lassen sich in Bekleidungsgeschäften von angezogenen Schaufensterpuppen und ausgebildeten Verkäuferinnen gerne den neuesten Schrei aufschwatzen.
Krankheit
Männer trainieren die Mutter in spe mit mindestens vier schweren Grippeinfektionen im Jahr für die bevorstehende Aufgabe der Kindererziehung. Ein Mann mit Schnupfen ist an Larmoyanz einem 18 Monate alten erkälteten, fiebrigen Zwillingspärchen gleichzustellen. Wenn eine Ehefrau die – laut seiner Aussage und seinem Benehmen - lebensbedrohliche Erkältung ihres Mannes mit Kopfstreicheln, Teekochen und Wadenwickeln meistert, dann kann ihr auch eine ganze Kindergartengruppe mit akuter Scharlachinfektion nichts mehr anhaben. Der einzige Unterschied ist, dass uns Müttern bei kranken Kindern das Herz bricht und bei unseren jammernden Männern nicht…
Lob
Männer wollen das gleiche Lob erhaschen, wenn sie mal den Müll raus getragen haben, wie ihre Kinder. Sie brauchen Applaus, wenn sie die Glühbirne gewechselt haben, sie lechzen nach stehenden Ovationen, wenn sie erfolgreich den Dübel in die Wand gejagt haben. Sie brauchen eine Menge extrinsische Motivation, meist in Form von Sex, damit sie funktionieren und im Haushalt mitwirken. Und das markanteste Merkmal nach einer Belohnung: Es bleibt alles liegen.
Artikel entnommen aus
Mamas wissen mehr
Das schräge Fachwissen der Mütter
Verfasser:
12,5 x 20,0 cm
160 Seiten - 22 s/w-Abbildungen
EUR: 17,95 CHF: 31,50
ISBN: 978-3-8000-7455-6
Dieses Buch ist eine Hommage an die wahren Alphatiere der Gesellschaft. Die Autorin gestattet sich hier auf einfühlsame, ungeschminkte und knallharte Weise zu erörtern, welch wunderbares Wesen durch die Geburt eines Kindes entsteht. Nein, nicht das Kind. Die MUTTER. Kaum eine größere Wandlung macht die Frau im Laufe ihres Lebens durch, als wenn sie zur Brutpflegerin wird. Eine Trockenfutterkonsumentin wird zur Köchin, eine meinungslose Couchdellenverursacherin wird zum gefragten Internetratgeber in einschlägigen Foren und eine Hauptschulabgängerin kann plötzlich ihr Abitur nachholen. Denn: Mamas wissen mehr.