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Der tut nix...

Der Standardspruch der Hundebesitzer

Eine kleine Anekdote über Hunde, Hundebesitzer und die Angst vor Hunden

Ich werfe bestimmt nicht den ersten Stein, was Panikvermeidung angeht, denn seit ich selbst von einem „Tutnix“ gebissen wurde, hat sich meine Haltung zu den drolligen Vierbeinern drastisch geändert. Ich jogge nur mehr auf einem Adrenalinpegel eines 100-Meter-Läufers durch den Wald und gebe mich betont gelassen, wenn sich mir ein frei laufendes Exemplar aus sei-es-noch-so-großer Entfernung nähert. Und weil der Apfel ja nicht weit vom Stamm verfault hat Lara aufgrund eines lapidaren Zwickens des „Tutnixes“ von Bekannten diese hysterische Angst übernommen. So wird jeder Spaziergang im Wald zu einem tollen Abenteuerausflug. Aber seit der eineinhalbjährige Dorian zum „Geländesondieren“ vorgeschickt werden kann, lässt sich der Unternehmung „Frische-Luft-Schnappen“ durchaus etwas Positives abgewinnen, will sagen, sie macht richtig Spaß. So auch an diesem schönen, sonnendurchfluteten Sommernachmittag. Wir kickten kleine Steine vor uns her, trällerten lustige Wanderlieder (genau genommen nur das eine von des Müllers Lust) und bogen in einen schmalen Waldweg ein, Dorian voran. Plötzlich krachte das Geäst, ein riesiger schwarzer Terrier schob sich mit wabbernden Lefzen auf uns zu. Lara krallte sich panisch an mein Bein und drückte sich so fest an mich, dass ich dachte, sie versuchte durch Osmose in meine Blutbahn zu gelangen, Dorian blieb verdutzt stehen, und noch ehe ich ihn, Lara an meinem Bein hinterheschleifend, erreichte, hatte sich der Terrier einen halben Meter vor ihm aufgebaut und kläffte ihm herausfordern ins Gesicht. Dorian war erstarrt - einundzwanzig, zweiundzwanzig ..- sein Gesicht verzog sich zu einer Grimasse, Tränen schossen ihm in die Augen, er öffnete seinen Mund und ein markerschütterndes Schreien übertönte die grässlichen Belllaute des weit aufgerissenen Hundemauls.

Der Köter indes fand das wohl amüsant, bellte noch lauter und kam noch näher, sodass er Dorian fast mit seiner Nasenspitze berührte. Endlich hatte ich den Jungen erreicht, schnappte nach ihm und zog ihn außer Reichweite des vierbeinigen Kinderschrecks. Ach und welch Freude, da kam auch schon dessen Besitzerin angeschlurft. „Der tut nix“ (Klassiker), warf sie mir von Weitem entgegen. Und als sie endlich ihr Vieh an die Leine genommen hatte und den völlig aufgelösten, weinenden Junen in meinen Armen sah, grabschte sie nach ihm, drückte ihm ihre Finger ins Gesicht und krönte ihren Auftritt mit einem: „Ooooch, da musst du doch keine Angst haben.“

Vielen Dank für Ihre Anteilnahme und dafür, dass Sie meinem Sohn freundlicherweise ein Trauma verschafft haben, er hatte nämlich noch keins, Jetzt werden wir alle völlig ungestresst durch den Wald hoppeln und uns jedem dahergelaufenen Vierbeiner mutig in den Weg stellen, ihm vielleich noch sanft über das Fell streichen - denn der tut ja nix.

 

Das Mama-Trost-Buch


Auch andere Mütter erziehen Monster...

Verfasser: Yvonne de Bark

12,5 x 20,0 cm
208 Seiten - 30 s/w-Abbildungen
EUR: 17,95 CHF: 31,50

ISBN: 9783800073559

 
Liest man vor der Geburt seines Kindes Ratgeber über die wertvolle und pädagogisch richtige Erziehung des nahenden Nachwuchses, so ist man voll Vorfreude und bester Vorsätze, diese vielen klugen Tipps auch alle recht heftig anzuwenden. Doch die Realität ist eine andere! Die Autorin Yvonne de Bark schildert auf amüsante Weise die ganze Wahrheit über das Zusammenleben mit den lieben Kleinen und unterzieht die vielen klugen Tipps aus den Ratgebern dem ultimativen Härtetest.