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Genüsslich kochen

Nimm dir Zeit zum Essen und für die Zubereitung

Wer sein Leben und damit sein Essverhalten wirklich umstellen will, muss also zuerst sein Verhältnis zum Leben und zum Essen verändern. Gelingen kann dies, indem man die genussfeindlichen Gesetze der Beschleunigung durch genussbejahenden Gebote der Muße ersetzt. Diese Gebote können uns lehren, mit unserer Wahlfreiheit gesund umzugehen. Wir können lernen, was uns wirklich schmeckt und gut tut. Und damit unsere eigenen Stärken fördern.

Lebensmittel werden nicht allein wegen ihres Nährwerts verzehrt. Ihre Herkunft, ihre Entwicklungsgeschichte, ihre Verarbeitung, ihr Geschmack und ihre Wirkung auf die Gesundheit spielen ebenfalls eine große Rolle. Sie tun nicht nur dem Leib, sondern auch der Seele gut. Vergleiche daher bewusst die verschiedenen angebotenen Lebensmittelqualitäten und nutze die neue saisonale und regionale Vielfalt.

Genüsslich kochen

Kochen ist konkret, physisch und erlebnisorientiert, zugleich kreativ und ästhetisch. Wer es schafft, aus dem Stress der Mahlzeitenzubereitung eine (be)sinnliche Angelegenheit zu machen mit Zeit, Musik und Hingabe, kann sich auch beim Kochen entspannen. In der Summe stellt die Zubereitung eines kleinen feinen Essens den perfekten Übergang vom Arbeitstag in den Feierabend dar, von der geistigen Abwesenheit zur Anwesenheit, von der Trennung zum Zusammensein, von der Leistung zum Dasein.
 

Der richtige Zeitpunkt

Von Natur aus steuern Hunger und Sättigungsgefühl unsere Nahrungsaufnahme. In einer Überflussgesellschaft funktioniert dieser innere Regulator oft nicht mehr. Ein Test kann helfen, zwischen echtem Hunger und bloßem Appetit zu unterschieden: Letzterer lässt sich aussitzen. Eine Minute, bevor das Hungergefühl einsetzt, sinkt der Blutzuckerspiegel leicht ab. Das Tief dauert etwa zwölf Minuten, dann steigt der Blutzuckerspiegel wieder an. Dieser Prozess geschieht mehrmals am Tag – und zwar unabhängig davon, ob wir etwas essen oder nicht. Bis zu dreimal hintereinander kann man diese Tiefs durchleben, erst dann verspürt man wahren physiologischen Hunger. 

Nehmen Sie sich Zeit zum Essen und seiner Vorbereitung

Werden Speisen hineingeschaufelt, bekommt das Essen etwas Zwanghaftes und Mechanisches. Es lohnt sich, einmal innezuhalten und den Essalltag ganz gezielt zu planen. Und mit sich selbst einen Termin zu vereinbaren, der ganz dem Genuss gehört.
 
 

Genussmensch

Erlaube dir zu genießen! Hedonismus wird oft für selbstsüchtig und dekadent gehalten. Doch es hat auch nichts Edles an sich, sich Freuden zu verbieten. Genuss ist auch unter Effizienzkriterien betrachtet kein Luxus, sondern ein probates Mittel, alltägliche Stressbelastungen auszugleichen. Und zumindest die Hälfte unserer schlechten Ess- und Trinkgewohnheiten sind entstanden, weil wir unseren wahren Bedürfnissen nicht genug Beachtung schenken.

Tägliches Genusstraining

Idealerweise beginnt dein Tag mit frischem Obst – ins Müsli oder unters Naturjoghurt gerührt. Mach dich daher auf die Suche nach jenen Obstsorten, die dir wirklich gut schmecken. Evtl. lasse dich auf einen Markt saisonal inspirieren, so kann auch das einkaufen wieder Spaß machen.

Beim Mittagessen lohnt es sich, bei der Vorspeise den gemischten Salat der Suppe vorzuziehen. Wer häufig Salat oder Gemüse sogar zur Hauptmahlzeit macht, tut seinem Körper damit etwas besonders Gutes. Achte auch hier auf beste Ausgangsqualität und Frische.

Beim Nachmittagstief können Banane, im Sommer ein paar Marillen oder Zwetschken  oder ein Glas 100%iger Frucht- bzw. Karottensaft neue Energie spenden.

Bei warmen Mahlzeiten mit Fleisch oder Fisch empfiehlt es sich, den Gemüseanteil nicht auf die Garnierung beschränken. Zur Orientierung: Halbe Halbe. Damit verringerst du nicht nur den Kaloriengehalt der Speisen, sondern auch den Anteil an den gesundheitsfördernden sekundären Pflanzeninhaltstoffen und dies ganz ohne Verzicht.

Auch ein kaltes Abendessen sollte ohne Tomaten, Paprika & Co. nicht auskommen. Oder magst du zur Abwechslung eingelegtes Gemüse lieber? Wie wäre es z.B. mit Essiggurken, eingelegter Paprika oder Maiskolben?

Den ganzen Tag über aufs Trinken nicht vergessen! Neben Mineralwasser, stark verdünnten Obstsäften und Früchtetee sind auch grüner oder schwarzer Tee bestens geeignet.