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Frauen und Migräne - ein leidiges Thema.

Frauen und Migräne - ein leidiges Thema. Warum tritt Migräne häufiger als Frauen auf und was kann man dagegen machen?

Warum Frauen häufiger an Migräne leiden

 
Frauen klagen öfter über Kopfschmerzen als Männer. Und sie leiden auch häufiger unter Migräneattacken. Daher stellt sich die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Migräne und Hormonen. Während der Schwangerschaft gehen Migräneattacken häufig zurück, werden leichter erträglich oder treten überhaupt nicht mehr auf. Dasselbe gilt für die Menopause. Der für Betroffene offenkundige Zusammenhang zwischen Hormonspiegel und Migräne ist in der Medizin allerdings erst teilweise erforscht. Gerade weil Migräneanfälle zyklusabhängig auftreten und in besonderen hormonellen Situationen, wie zum Beispiel Schwangerschaft oder Klimakterium, weitgehend zurückgehen können, sollten der frauenspezifische Aspekt dieser Beschwerden und der Einfluss von Hormonen bei diesem Leiden nicht übersehen werden.

 

Migräne oder Kopfschmerz? 

Nicht immer ist die Migräne eindeutig gegen normale Kopfschmerzen abzugrenzen. Dem Arzt stehen wenige Untersuchungsmethoden zur Verfügung, um eine objektive Diagnose zu stellen. Er ist zunächst auf die genaue Beschreibung der Beschwerden durch die betroffene Frau angewiesen. Im Unterschied zu Spannungskopfschmerzen ist die Migräne eine Erkrankung, die den ganzen Körper in Mitleidenschaft zieht. Die Dauer des Anfalls kann zwischen drei und 72 Stunden liegen. Und: Migräneschmerzen treten überwiegend halbseitig auf. Dazu kommen häufig Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Lichtscheu, mit zahlreichen, heftigen vegetativen Reaktionen verbunden: Gesichtsblässe, Herzrasen, unkontrollierbare Speichelproduktion, Tränenfluss und Harnflut nach Ende der Attacke. Bei der schweren Migräneform sind auch die Augen in Mitleidenschaft gezogen, die Betroffenen klagen über ein Flimmern vor den Augen, Sehrstörungen, ein verkleinertes Gesichtsfeld und Halluzinationen.
Migräneattacken kündigen sich bisweilen in diskreter Form an: Innere Unruhe, Konzentrationsstörungen, Abgeschlagenheit und eine unmotivierte Getriebenheit können dem eigentlichen Anfall Stunden bis Tage vorausgehen.
 

 

Was tun bei Migräne

Bei leichteren Migränefällen können schon Allgemeinmaßnahmen helfen. Dazu zählen eine möglichst vollständige Abschirmung gegen äußere Reize wie Licht und Lärm und die Vermeidung körperlicher Aktivität. Ein kurzer Schlaf, das Auflegen kalter Kompressen oder spezieller Kältegels bewirken bisweilen eine deutliche Linderung der Symptome. Reichen diese allgemeinen Maßnahmen nicht aus, so sind Schmerzmittel angezeigt. Gegen Migräne gibt es heute spezielle Medikamente: Präparate aus der Wirkstoffgruppe der Triptane stoppen im Gehirn die Dehnung der Gefäßwände und damit auch die Schmerzen. Sie wirken allerdings nur bei „echter“ Migräne und nicht bei alltäglichen Kopfschmerzen. Manche Frauen hilft gegen Migränebeschwerden auch Acetylsalicylsäure (Aspirin), da es entzündungshemmend wirkt. Häufig wird für den akuten Anfall ein Mittel gegen Übelkeit empfohlen, ein sogenanntes Antiemetikum, das gleichzeitig anthistaminisch wird.
 
Ein Teil der Migränepatienten spricht auf die Behandlung nicht oder nur schlecht an. In diesen Fällen hat sich die Gabe von Ergotami, einem gefäßwirksamen Mittel, bewährt. Es wird als Zäpfchen oder Injektion verordnet. Ergotamine (= Mutterkornalkaloide) sind gegen Migräne sehr wirksam, sie können aber mitunter auch Migränesymptome auslösen oder verstärken. Übelkeit, Erbrechen und Kollapsneigung gehören zu den Nebenwirkungen.
 
Wenn sich ein Migränefall ankündigt, ist möglichst früh mit einer einfachen konventionellen Behandlung zu beginnen. Hat sich nämlich die ganze Kaskade der Symptome erst in Bewegung gesetzt, dann ist der Anfall medikamentös schwieriger zu beherrschen. Auch die langfristige Migräneprophylaxe – eine Veränderung des Lebensstils – ist empfehlenswert. Schlafentzug, Hungergefühle, Flüssigkeitsmangel, Überstimulierung durch visuelle Reize, aber auch der Genuss bestimmter Nahrungsmittel können die Attacken in Gang setzen. Es hilft schon, diese Migräne-Auslöser zu protokollieren und dann – so gut es geht – zu meiden.

 

Artikel entnommen aus

Die Gesundheit der Frau
Warum Frauen länger leben

Verfasser: Johannes Huber

16,5 x 24,0 cm
350 Seiten
EUR: 24,95 CHF: 42,80

ISBN: 978-3-8000-7389-4

Frauen leben länger als Männer. Die Erklärung dafür ist einfach: Ihr Körper ist besser als der des Mannes. Er hat mehr Funktionen, ist anpassungsfähiger und in der Lage, Genprogramme zu aktivieren, die es im Körper des Mannes gar nicht gibt. Doch der weibliche Köper ist auch anfälliger gegenüber Störungen von außen. Was das für Konsequenzen für die Frauengesundheit hat und wie die moderne Medizin darauf reagiert, beziehungsweise reagieren sollte, steht im neuesten Buch von Professor DDr. Johannes Huber.