Nach 9 Monaten ohne Gedanken an Verhütung muss man sich jetzt wieder diesem Thema widmen.
Stillen schützt definitiv nicht vor einer weiteren Schwangerschaft – das fällt eher in die Kategorie Ammenmärchen.
Natürliche Methoden wie z.B. Temperaturmessungen, Verhütungscomputer etc. funktionieren auf Basis eines regelmäßigen weiblichen Zyklus, mit einem regelmäßigen Eisprung. Dieser stellt sich mitunter erst lange nach der Geburt wieder ein weil das Stillhormon Prolaktin den Eisprung hemmt. Natürliche Familienplanung stellt daher für stillende Frauen keine Alternative dar.
Ungeeignet sind jetzt auch Pillen auf Östrogenbasis. Reine Gestagenpillen beeinflussen die Milchproduktion nicht. Kleine Mengen an Hormonen können jedoch während des Stillens durchaus auf das Baby übertragen werden. Besonders wichtig ist jedoch die regelmäßige Einnahme; idealerweise täglich zur gleichen Zeit!
Auf Gestagenbasis wirken auch die Dreimonatsspritze und das Verhütungsstäbchen. Diese Depotpräparate geben kontinuierlich das Hormon selbst ab. Das Verhütungsstäbchen wird unter dem Oberarm implantiert. Es kann die Monatsblutung verändern: bei einigen Frauen wird sie schwächer oder bleibt ganz aus, bei anderen wird sie stärker.
Die Kupferspirale sollte erst ca. 8-12 Wochen nach der Geburt und nach Ende des Wochenflusses gelegt werden. Auch für die Hormonspirale gilt ähnliches. Meist wird durch die Hormonspirale die Regel beeinflusst. In vielen Fällen bleibt sie komplett aus. Darum wird sie auch für Frauen mit starken Regelschmerzen besonders empfohlen. Die Hormonspirale wirkt fast ausschließlich lokal in der Gebärmutter, das heißt der Hormonspiegel im Blut ist sehr niedrig. Das ist ein großer Vorteil für das Baby. Und das Beste: 5 Jahre kein Denken an die Verhütung!
Das Kondom, obwohl zumeist nicht allzu beliebt, ist kurz nach der Entbindung eine sehr empfehlenswerte Verhütungsmethode! Einfach zu handhaben, belastet es den Körper der Frau nicht zusätzlich und bietet außerdem noch Schutz vor Bakterien und Keimen.