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Was sollen Kinder essen- Teil 2

Fragen und Antworten mit Sasha Walleczek

Was ist ein normaler Esser? Was sollen Kinder essen? Fragen und Antworten mit Sasha Walleczek.

Wie viel soll sich mein Kind bewegen? 

Obwohl es hier um Ernährung geht und ich keine Expertin in Sachen Bewegung bin, soll dieser wichtige Aspekt trotzdem nicht unerwähnt bleiben: Laut Experten sollte sich dein Kind jeden Tag mindestens eine Stunde bewegen, wobei jede Art von Spielen, Herumtoben, aber auch Treppen steigen etc. zählen.

Zwei- bis dreimal pro Woche sollte auch ein wenig Kraftsport(Geräteturnen, Klettern, natürlich auch am Spielplatz, Kampfsportarten, Schwimmen etc., also alle Bewegungen, bei denen gegen einen „Widerstand“, z.B. das eigene Körpergewicht oder Wasser, gearbeitet wird) auf dem Programm stehen.

Ganz wesentlich ist, dass dein Kind auch möglichst jeden Tag „an die frische Luft“ kommt, und zwar für mindestens eine halbe Stunde. Wir brauchen Tageslicht auf unserer Haut, um im Körper ausreichend Serotonin (ein Gehirnbotenstoff) produzieren zu können. Und Vitamin D ist besonders wichtig für die Bildung starker Knochen, und ein Vitamin D Mangel wird mit einem erhöhten Risiko an Osteoporose, aber auch an Krebs zu erkranken, in Verbindung gebracht.

Wichtig ist, dass Bewegung Spaß macht. Also suche dir Aktivitäten, die dir und deinen Kindern Freude bereiten.

Dürfen oder sollen Kinder Vegetarier sein?

Wenn Kinder den Wunsch äußern, aus Tierliebe vegetarisch zu leben oder wenn die Eltern selbst Vegetarier sind, so spricht grundsätzlich nichts dagegen, solange Milchprodukte sowie Eier im Speiseplan bleiben und man auf ausreichende Eiweißzufuhr achtet.

Die gesündeste Ernährung wäre es wahrscheinlich, zu einer vegetarischen Ernährung zusätzlich ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu essen, aber wenn das mit den ethischen Grundsätzen nicht vereinbar ist, dann sollte man auf jeden Fall vermehrt auf die Zufuhr der wichtigen Omega-3-Fette achten.

Allerdings solltest du auch versuchen herauszufinden, ob nicht hinter dem Wunsch, sich vegetarisch zu ernähren, eigentlich der Wunsch steckt, dünner sein zu wollen (gerade bei größeren Mädchen nicht selten). Bestimmte Nahrungsmittel abzulehnen kann auch der Wunsch sein, Kontrolle über seinen Körper zu erlangen, was der Anfang einer Essstörung sein kann.

Vegane Ernährung

Von einer veganen Ernährung, bei der auf alle tierischen Produkte, also auch Eier und Milchprodukte, sowie manchmal sogar auf Honig verzichtet wird, ist strikt abzuraten. 

Eiweiß

Ein ganz wichtiger Punkt bei der Ernährung ist das Eiweiß. Viele Vegetarier machen den Fehler, bei ihrer bisherigen Ernährung einfach das Fleisch und die Wurst wegzulassen und nur mehr Gemüse und „Beilagen“ zu essen. Wir brauchen aber täglich in ausreichender Menge Eiweiß.  Es ist also bei vegetarischen Kindern besonders wichtig, darauf zu achten, dass bei jeder Mahlzeit ausreichend Eiweiß enthalten ist, und  dass  auch regelmäßig tierisches Eiweiß wie Milchprodukte und Eier auf dem Speiseplan stehen. Wenn sich dein Kind nach der Wlleczek-Methode ernährt, dann isst es auch als Vegetarier automatisch zu jeder Mahlzeit genug Eiweiß.

Essenzielle Fette

Vor allem Omega-3-Fette kommen in der Form, die unser Körper braucht, konzentriert nur in Fisch (und Brustmilch!) vor. Da Fisch bei Vegetariern wegfällt, solltest du daher darauf achten, dass Lebensmittel wie Leinsamen, Walnüsse und Kürbiskerne und deren kaltgepresste Öle sowie Rapsöl(nur kalt gepresst und nicht zum kochen) regelmäßig auf den Tisch kommen.

 

Ist „bio“ wichtig?

Untersuchung um Untersuchung zeigt, dass kontrolliert biologisch produzierte Lebensmittel weniger mit Schadstoffen belastet sind als konventionell hergestellte Lebensmittel. Einige Studien weisen bei biologischen Lebensmitteln auch mehr Antioxidantien und andere wichtige Mikronährstoffe nach. Da Kinder noch im Wachsen sind und ihr Nervensystem noch im Aufbau ist, sind vollbiologische Lebensmittel für sie besonders wichtig, um die Belastung mit giftigen Chemikalien, mit denen viele Lebensmittel behandelt sind, zu vermindern. Ganz vermeiden lässt es sich in der heutigen Zeit leider nicht mehr, aber so weit wie möglich sollten die Körper unserer Kinder und ihre empfindlichen Nervensystem davor geschützt werden.

Ist „bio“ immer gesund?

Nein absolut nicht. Es ist meistens besser als die konventionelle Variante, aber du kannst dich auch „bio“ absolut ungesund ernähren. Ob Zucker vollbiologisch ist oder nicht, macht kaum einen Unterschied. Im Endeffekt bleiben leere Kalorien immer leere Kalorien. Im Gegensatz zu Zucker macht es bei einem Fruchtsaft einen viel größeren Unterschied, vor allem wenn die Frucht mit der Schale gepresst wird (was ja bei manchen Orangenpressen der Fall ist). In diesem Fall können die Giftstoffe von der Schale nämlich in den Saft gelangen.

Was kannst du tun?

Da oft die finanziellen Möglichkeiten eingeschränkt sind bzw. einfach nicht alles „bio“ erhältlich ist, solltest du Prioritäten setzen:

  • Dinge, die du mit der Schale ißt und die man schlecht waschen kann, sollten auf jeden Fall bio gekauft werden(z.B. Weintrauben und viele Beeren)
  • Achtung bei Trockenfrüchten ist Vorsicht geboten, da sie vor der Trocknung kaum gründlich gewaschen und vor dem Verzehr weder geschält noch gewaschen werden können, können darin besonders hohe Konzentrationen an Spritzmittel vorhanden sein.

Wann ist „bio“ bio?

Bioprodukte sind neben der Kontrollnummer auch noch mit der Aufschrift „aus (kontrollierter) biologischer/ökologischer Landwirtschaft“ oder „aus (kontrolliertem) biologischem/ökologischem Anbau/Landbau“ gekennzeichnet. Oft stehen allerdings irreführende Aufschriften wie „aus kontrollierter Haltung“, „aus naturnahem Anbau“ oder „aus umweltgerechter Landwirtschaft“ auf dem Produkt – das hat aber mit bio nichts zu tun. Wer sichergehen will, suche nach der Kontrollnummer, die auf jedem Produkt vorhanden sein muss (auf Eier wird sie z.B. einzeln gestempelt)