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Triple Test & Co

Welche Untersuchungen kommen auf dich in der Schwangerschaft zu

Aus dem Wirrwarr der verschiedenen Begriffe und Fremdwörter wird man, besonders in der ersten Schwangerschaft nicht schlau. Wir gehen auf die häufigsten Untersuchungen in der Schwangerschaaft näher ein.

Die Amniozentese

Die Fruchtwasseruntersuchung wird ab dem 35. Lebensjahr empfohlen und dann auch von der Krankenkasse bezahlt, stellt aber keine Routineuntersuchung dar. Sie dient dazu sehr seltene angeborene Anomalien aufzudecken, wie Trisomie 21 und gewisse Erbkrankheiten. Auch die Risiken im Zusammenhang mit einer Rhesusunverträglichkeit
werden dabei bewertet. Die Untersuchung ist zwischen der 16. und 18. Woche vorgesehen. Mittels einer Punktion führt der Arzt unter Ultraschallüberwachung eine feine Nadel in Ihren Bauch ein, um etwas Fruchtwasser zu entnehmen, das untersucht werden muss. Die Untersuchung ist so gut wie schmerzfrei aber nicht ohne Risiko.

Combined Test

Dieser Test kann nur zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden und gilt zur Zeit als modernste und sicherste Methode zur Einschätzung eines Down-Syndrom-Risikos. Es können auch Organfehlbildungen frühzeitig erkannt werden.
Der Test besteht aus Nackendichtemessung mittels Ultraschall und einer Hormonanalyse nach einer Blutabnahme.

Dieser Test kann oftmals eine Punktion ersetzen und ist praktisch ohne Fehlgeburtsrisiko. Der Test selbst ist jedoch nicht als Diagnose anzusehen und verliert bei Mehrlingsschwangerschaften überhaupt an jeglicher Aussagekraft. Weitere Spezialuntersuchungen werden nur dann ausgeführt, wenn sie der Gynäkologe als
notwendig beurteilt. Gegebenenfalls wird er dies mit dir besprechen.

Diabetes-Screening

Bei familiärer Belastung oder auch zur Beruhigung kann ein Diabetes-Screening durchgeführt werden. Dabei wird ein Zuckerbelastungstest gemacht. Dazu musst du eine bestimmte Menge einer zu zuckerhaltigen Lösung trinken. Danach wird in bestimmten Abschnitten der Anstieg des Blutzuckerspiegels gemessen.
Steigt dein Blutzucker zu schnell an, leidest du vielleicht an Schwangerschaftsdiabetes  (Zuckerkrankheit, Gestationsdiabetes). Das ist eine Form von Diabetes, die nur während der Schwangerschaft auftritt und danach wieder verschwindet. Dein Blutzucker und dein Baby werden in diesem Fall besonders genau überwacht.
Wenn eine Ernährungsumstellung nicht hilft, brauchst du vielleicht Insulingaben


Zu den Risikogruppen gehören:

  • Frauen, die während einer früheren Schwangerschaft Gestationsdiabetes hatten
  • Frauen die bereits mindestens ein sehr großes Kind zu Bett gebracht haben
  • Frauen mit einem Body Mass Index höher als 30
  • Ältere Frauen
  • Frauen, bei denen ein Elternteil oder ein Geschwisterteil an Diabetes leidet

Triple Test

Zwischen der 16. und 21. Schwangerschaftswoche ist der günstigste Untersuchungs-zeitpunkt für den so genannten Triple Test.
Der Triple Test ist eine etablierte Methode, um das Risiko einer Störung der Erbanlagen (insbesonders Trisomie 21) abzuschätzen. Der Test besteht aus einer Ultraschall-untersuchung des Kindes kombiniert mit der Bestimmung von drei Hormonen aus dem Blut der Mutter.
Das Ergebnis dient als Entscheidungshilfe, ob eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) empfehlenswert wäre. Der Triple Test wird besonders Frauen über 35 empfohlen.

Erst-Trimesterscreening

Ab der 11. Woche ist das sogenannte Erst-Trimesterscreening möglich:

  • Messung der kindlichen Nackenfalte mittels Ultraschall. Mit dieser Untersuchung können circa 70% aller Babys mit Trisomie 21 entdeckt werden.
  • Combined Test: ergänzend zur Nackenfaltenmessung werden zwei Hormone im mütterlichen Blut bestimmt. Die Entdeckungsrate von Fehlbildungen aufgrund von Chromosomenschäden kann dadurch auf ca.  90 bis 95% erhöht werden.

Das Ergebnis des Testes dient als Entscheidungshilfe, ob weitere Tests erforderlich sind.

Organscreening

Zwischen der 20. und 22. Woche wird eine der wichtigsten Untersuchungen während der Schwangerschaft durchgeführt: das Organscreening.
Das Organscreening ist eine genaue, aufwändige Ultraschalluntersuchung deines Babys bei der alle wichtigen Organe sowie Gesicht, Kopf Wirbelsäule,  Bauchwand, Arme und Beine beurteilt werden.
Besonders genau werden das Herz des Babys und sein Gehirn untersucht.

Bub oder Mädchen?

Beim Organscreening lässt sich das Geschlecht deines Babys feststellen - allerdings erfolgt die Suche danach nicht gezielt, wenn du wissen möchten, ob sie einen Buben oder ein Mädchen erwartest, solltest du das vorher sagen.
Wichtig: das Organscreening ist eine sehr komplexe Untersuchung, bei der sich dein Arzt/deine Ärztin sehr konzentrieren muss. Versuche daher, trotz aller Aufregung deine Fragen möglichst erst nach der Untersuchung zu stellen.
Mama und Papa: lass dich vom werdenden Vater zu dieser Untersuchung begleiten und teile diese bewegenden Momente.

Rhesus Antikörpersuchtest

Was ist der Rhesusfaktor ? Der Rhesusfaktor gehört zu den Blutgruppenmerkmalen und sagt aus, ob ein bestimmtes Eiweiß auf der Oberfläche der  roten Blutkörperchen vorhanden ist oder nicht. Dieses Merkmal wurde 1940 am Blut von Rhesusaffen entdeckt, daher der Name.  Die moderne wissenschaftliche Bezeichnung ist "Rhesustyp D".  Die allermeisten Menschen haben diesen "Faktor" im Blut, aber eben nicht alle.
Rhesusnegative Mutter:  In der Schwangerschaft ist der Rhesusfaktor nur dann von Bedeutung, wenn eine (Rh-) Frau von einem (Rh+)Mann schwanger wird und das Kind (Rh+) wie der Vater ist. In Österreich ist diese Kombination bei ca. 12% aller Geburten zu beobachten, also ca. 9 -10.000mal pro Jahr. Bis zur Geburt des Kindes ist allerdings nicht klar, ob es  den Faktor geerbt hat oder nicht, vererbungstechnisch sind beide Varianten möglich.
Gefahren: In jeder Schwangerschaft kann es zur Vermischung von mütterlichen und kindlichem Blut kommen. Problematisch wird es dann, wenn eine (Rh-) Frau ein
(Rh+) Kind erwartet und es tatsächlich zur Vermischung kommt. Das Immunsystem der Mutter betrachtet die roten Blutkörperchen des Kindes nämlich als „Feinde“ und bildet Abwehrstoffe (Antikörper), die sie angreifen und vernichten. Außerdem „merkt“ sich das Immunsystem der Mutter diese Feinde unwiderruflich ein Leben lang („Rhesussensibilisierung“).  Diese Sensibilisierung wird aber in Österreich bei nur ca. 300 pro Jahr Schwangerschaften beobachtet.
Die Zerstörung der roten Blutkörperchen verursacht unbehandelt beim Kind Blutarmut, Wassersucht und Gelbsucht, teilweise mit  tödlichen Folgen.
Die Rhesusprophylaxe: Das muss alles nicht sein. Seit 30 Jahren lässt sich die Rhesussensibilisierung durch eine Art Impfung verhindern:  ein  Pieks und das war’s.  Dazu wird jeder (Rh–) Mutter in der 28. - 30. Schwangerschaft eine Dosis „Anti –D Immunglobulin“ gespritzt. Ziel ist es, zu verhindern, dass sie überhaupt Rhesus Antikörper bildet.